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Yukon Wild - Buchserie |
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Dieses Buch beschreibt unsere über 2-monatige Kanutour durch die Wildnis Kanadas und Alaskas, Erlebnisse, Gefühle und Begegnungen mit Natur und Tierwelt sowie unsere schwierigen und auch glücklichen Momente dieser einmaligen Tour über die gesamte Länge des Yukon River. Diese Reisebeschreibung ist auch eine tiefe Liebeserklärung an Wildnis und Einsamkeit, an einen majestätischen Fluss in einem wilden Land. Sie kennzeichnet unseren ersten Schritt zu einem einfachen, ursprünglichen Leben, welches ich heute mit ganzem Herzen in meiner Wahlheimat, dem Yukon, ausleben darf
Band 2 |
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Band 2 der Yukon Wild Serie erzählt von unserer 7-monatigen Überwinterung in den Bergen Nordwest-Kanadas. In einer kleinen, selbstgebauten Hütte verbrachten wir einen langersehnten, nordischen Winter. Weitab der Zivilisation erlebten wir eine atemberaubend fremde und abenteuerliche Welt in der völligen Abgeschiedenheit von Eis und Schnee. Ein Abenteuer, das nicht nur die Wildnis um uns herum betraf, sondern auch die in uns. Ein Wagnis, dessen Ausgang wir nicht kennen konnten |
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Autorenprofil1957
in Frankfurt/Main geboren, absolvierte ich nach dem Abschluss meines
Fremdsprachenstudiums eine 6-jährige Karriere als
Unternehmensberaterin in der Computerbranche. Während jener Zeit
bereits nährten zahlreiche Reisen in weite Bereiche unserer Erde
meinen Drang nach Freiheit und Abenteuer. Zuerst Europa mit dem
umgebauten VW-Bus, dann Südostasien, dann der nahe Osten. Immer
wieder zog es mich von Zuhause fort, in die Fremde, ins Unbekannte ...
I
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Bestellformular zum Buch:Leseprobe zu Yukon River Expedition:Noch weit, weit weg Mit Getöse zerrissen die Felsen das rauschende Wasser, als dieses sich aufbäumte, überschlug und wieder zurückprallte. Eine der schaumgekrönten Wellen packte das Kanu, riss es empor und stürzte es in das nächste Wellental. Der erste Brecher schlug über den Bug. Für eine Sekunde war ich wie gelähmt, unterbrach das kraftvolle Durchziehen des Paddels. Ich war nass bis zur Hüfte, und die Ladung schwamm im Bootsrumpf. Mir schoss die so oft gelesene Warnung durch den Kopf, dass Kentern bei diesen Wassertemperaturen schnell zu lebensgefährlicher Unterkühlung führt. Dann hörte ich den Schrei von hinten: „Paddeln! Mach weiter!" Rainer versuchte mit einem Ausleger, das Kanu stabil zu halten, und ich musste unbedingt für Vortrieb sorgen. Es dauerte nur kurz, und es erschien mir auch nicht wie eine Ewigkeit, was man an dieser Stelle wohl erwartet, dennoch blieben mir die Sekunden gut in Erinnerung. Nachdem wir bereits so viele Tage unterwegs waren, uns schon ganz in das Leben am Fluss eingelebt hatten, waren wir dem berauschenden Gefühl, alles im Griff zu haben, erlegen. Wir hatten die Five Finger Stromschnellen ein wenig unterschätzt. Für eine kurzen Moment zeigte die Natur, welchen Stellenwert der Mensch in ihren Gefilden innehat. Entweder man ordnet sich ihr unter, oder man wird sehr schnell ein unvergnügtes Ende finden. Gegen die Natur anzukämpfen, kommt dem Versuch gleich, die Erde anzuhalten. Man wird unweigerlich scheitern. Doch zurück zum Anfang. Oder noch besser ein Stück davor: Ehrfurcht vor dieser überwältigenden Macht der Natur befiel uns bereits bei der Planung unseres großen Unternehmens. Und zwar immer dann, wenn wir auf der Landkarte der langen, bläulichen Linie folgten, die den Verlauf des Flusses kennzeichnete, den wir hinunterpaddeln wollten, dem Yukon River. Noch befassten wir uns mit den Vorbereitungen. In wenigen Monaten würden wir allerdings mittendrin stecken. Uns hatte ein schier unstillbarer Informationsdurst befallen. Wir suchten nach Reiseberichten, Flussbeschreibungen, oder Erlebnisberichten. Doch wir fanden so wenig, das uns darüber hätte Aufschluss geben können, was uns erwarten sollte. So brüteten wir nächtelang über Landkarten und Wasserstandsberichten. Wenngleich uns vergangene Reisen immer schon in Wildnis und Natur getrieben hatten, stellte die nun geplante Tour aufgrund ihrer zeitlichen Komponente eine ganz neue Herausforderung dar. Wie lange sie tatsächlich dauern würde, konnten wir nicht mit Bestimmtheit sagen. Klar war, sie würde uns in weit entlegenere, einsamere Gegenden führen, als wir bisher gesehen hatten. Wir würden in eines der letzten 'Frontiersgebiete' eindringen und rechneten dort unter anderem mit zahlreichen Tierbegegnungen in der für uns fremden, subarktischen Natur. So gesellten sich die unterschiedlichsten Bestimmungsbücher zu unserer Ausrüstung: Beeren, Pilze, Kräuter und Blumen wollten ebenso bestimmt werden wie die Vertreter der Fauna. Schließlich traf der heiß ersehnte und schon vor Wochen bestellte Vogelführer Nordamerikas ein. Doch irgendwann muss man mit dem Planen aufhören, und mit den praktischen Vorbereitungen beginnen. Ich durfte mich einer meiner Lieblingsbeschäftigungen widmen: dem Listen schreiben! Am Ende wartete ein ganzer Stoss Blätter darauf, abgearbeitet zu werden. Manches befand sich bereits in unserem Besitz. Manches musste noch besorgt werden, und das ein oder andere wurde sogar extra angefertigt. Ich nahm die Nähmaschine in Betrieb, um Verbessungen an Zelt und Bekleidung vorzunehmen. Für das Gewehr wurde ein massiver Transportkasten gezimmert, und es entstand ein optimal zu unserem Kochgeschirr passender Grillrost. Es folgte das Zusammenstellen notwendiger Medikamente und erfolgversprechender Angel-Utensilien. Das handliche Reparatur-Set musste funktionell sein, da mit dessen Hilfe von Hosen und Schuhen über Zelt und Ausrüstung bis zum Kanu alles Instand zu halten war. Filme wurden gekauft, was eine ordentliche Menge an Geld verschlang. Als zukünftige Kamerabox funktionierten wir eine wasser- und staubdichte Munitionskiste um. Dann kam das, was uns am meisten Spaß bereitete. Wenige Wochen vor der geplanten Abreise begannen wir mit der hauseigenen Herstellung von Trockennahrung. Tagelang drang der Duft von Äpfeln, Bananen, Bohnen, Möhren, Paprika, Rindfleisch und Zwiebeln durch unsere Wohnung, während diese im selbstgebauten Trockenofen tüchtig an Gewicht und Volumen verloren. Schließlich konnten wir (fast!) alles portionieren, verpacken, versiegeln und beschriften. Ein paar Häppchen fanden gleich den Weg in unsere Mägen. Wir freuten uns schon auf den köstlichen Genuss, der allerdings noch in weiter Ferne lag. Unsere Ansammlung an Ausrüstungsgegenständen wuchs täglich - trotz gnadenlosem Aussortieren. Obwohl wir zeitweise selbst nicht mehr daran glaubten, gelang es uns schließlich, die gesamte Habe in zwei Rucksäcken und zwei Seesäcken zu verstauen. Da standen sie nun, prallgefüllt, in Gesellschaft von Kamerabox und Gewehrkoffer und warteten - geduldiger als wir, wie es schien - auf den endgültigen Startschuss. Die Zeit verging schleichend langsam, dann etwas flotter, und auf einmal war sie unbemerkt vorbeigeschlüpft. Das magische Datum war erreicht: der 16. April 1991. Ein sonnendurchfluteter Frühlingstag brach mit solcher Schönheit heran, als versuche er uns doch noch zurückzuhalten. Vor uns lag ein großes Unterfangen, unser lange gehegter Traum. Eine riesige Entfernung mussten wir mit Flugzeug und Auto zurücklegen, um überhaupt an den Anfang des eigentlichen Abenteuers zu gelangen: den Yukon River! 3.200 Kilometer sollten uns dann von seiner Quelle bis zur Mündung trennen. Er ist der viertgrößte Fluss Nordamerikas und ihm würden wir im Frühjahr in Kanada starten, dann ganz Alaska durchqueren, bis wir in den ersten Herbststürmen an der Pazifikküste nur noch das ferne Sibirien vor uns hätten. Wir planten dies in einem der ältesten Fortbewegungsmittel jenes Kontinents, dem Kanu. Abertausende von Paddelschlägen würden getan werden, ungezählte Lager auf- und abgebaut - bei Sonne, Wind, Regen und was uns noch so alles erwarteten sollte ... Im betriebsamen Hin- und Her unseres Aufbruchtages drangen mir diese Gedanken nur schwach in den Kopf. Ich war zu aufgeregt, um ihnen Rechnung zu tragen. Heißt es nicht auch seit jeher: Eine jede Reise - führt sie auch noch so weit - beginnt immer mit einem einzigen Schritt! Und dann hatten wir ihn unternommen, diesen Schritt. Rainer, der genug hatte, täglich Klimaanlagen zu projektieren und ich, 35 Jahre alt und viel zu unternehmungslustig, als dass ich ewig im Büro vor dem Computer hätte sitzen können. Wir zogen los.
Leseprobe zu Sieben Monate Weiße EinsamkeitMit einem harten Ruck setzt das Wasserflugzeug auf, hüpft noch einmal, dann kommt der unter uns dahinsausende Fluss blitzartig zum Stehen. Wir tuckern mit halber Kraft gegen die Strömung. In zweiter Reihe sitzend bin ich leicht vom Gepäck gerutscht. Mein Blick fällt aus dem kleinen Fenster. Um uns herum dichte Wildnis. Tiefste Einsamkeit. Endlose Wälder. Ein unbekannter Fluss. Das Ufer kommt langsam näher. In einer ruhigen Bucht setzt unser Pilot die Schwimmer des Wasserflugzeuges sacht auf den Kies. Wir sind gelandet. Weit, weit weg. Weg von Flughäfen oder Landebahnen. Weg von technischen Hilfsmitteln und Menschen – inmitten der Küstenberge Nordwest-Kanadas. Wir sind gelandet auf dem Inklin River, einem phantastischen Wildnisfluss, der sich Hunderte von Kilometern jenseits der alaskanischen Küstenberge ins Meer ergießt. Über 2 Flugstunden abseits der letzten Siedlung. Unser Pilot sichert das Flugzeug am Ufer. Rainer folgt ihm und gemeinsam ziehen sie es ein Stück hoch. Nun kann auch ich aus dem Gewirr von Säcken, Kisten, Werkzeug und Benzinkanistern befreit werden. Rainer und ich stehen andächtig und stumm auf der Kiesbank neben der gelben Buschmaschine und versuchen unsere neue Situation zu erfassen. Hier sind wir nun. Wir sind gelandet: am fremden Ufer eines fremdem Flusses. Ehrfürchtig betrachten wir unser Zuhause für die nächsten 7 Monate. Mit dem Rücken zum Fluss stehend dehnt sich vor uns eine breite Kiesfläche aus. Sie endet in Weiden und Erlenbüschen, hinter denen eine halbhohe Böschung in dichten Wald übergeht. Links von uns mündet ein weiterer, schmalerer Fluss in den Inklin. Hinter uns ragt ein steiler Berg direkt vom Flussufer hoch, der Mountain Goat Berg, wie wir ihn später nennen werden. Wir befinden uns mitten in der Wildnis. Grenzenlos scheint sie sich um uns auszudehnen. Überall ist Wald, am Horizont von einer Reihe Berggipfel eingerahmt. Guy, unser Pilot, schleppt einen dicken Stamm heran, an dem wir die zierliche Supercup festmachen. Dann geht der Erkundungsgang los: über die Kiesbank, durch das Weidengestrüpp und hinauf in den dunklen Wald. Die Baustelle ist schon freigeschlagen. Eine Anzahl Baumstümpfe ragen etwa 40cm hoch aus dem weichen, moosbedeckten Waldboden, zwischen halbhohen Preisselbeer-Sträuchern und wilden Rosen. Hier würde unsere Hütte stehen. Gebaut aus kanadischen Fichten.Die wir noch bauen werden. In der wir leben werden. Für 7 Monate, oder mehr. Ganz allein – zu zweit. Inmitten der kanadischen Wildnis. Es ist der 19. August. Es wird Zeit das Flugzeug auszuladen. Unser Pilot will noch mit dem letzten Tageslicht zurück ins Basislager seines Jagdcamps. So schleppen wir Werkzeug, Motorsägen, und Öl- bzw. Benzinkanister ans Ufer. Es folgt unsere Ausrüstung und etwas Proviant. Das kleine Zelt unserer Yukon River Expedition liegt treu daneben. Dann schultert Guy die große Säge und verschwindet mit Rainer im Wald. Mir bleibt nichts anderes übrig, als ihnen zu folgen. Hier gibt es sagenhaft große Bäume. Das Küstenklima lässt einen dickstämmigen Wald entstehen. Wir wandern durch eine Märchenwelt. Riesige moosbehangene Fichten stehen neben hellen, glatten Pappeln und knorrigen Kiefern. Der Waldboden ist ein einziges Meer an Moos. Äste, Hölzer und morsche Stämme liegen ganz oder teilweise unter dieser grünen, weichen Schicht verborgen. Das Gehen gestaltet sich zwar weich aber mühselig. Ich stolpere hinter den Männern her. Dann jault die Motorsäge das erste Mal auf. In Ermangelung von Ohrenstöpseln tragen wir kleine Fetzen Klopapier in den Ohren. Guy zeigt Rainer, wie man einen dieser Kolosse zielgerecht in eine bestimmte Schneise fällt, auch wenn dieser sich in eine ganz andere Richtung lehnt. Mit einem fürchterlichen Krachen und einem dumpfen Aufschlag fallen nach und nach die gewünschten Bäume in die gewünschte Richtung. Unser Staunen ist nicht zu übersehen. Guy quittiert dies mit einem Grinsen: „I used to be a logger“, teilt uns der Ex-Finne mit. Dann ist er wieder abgeflogen. Wir richten zuerst unser vorläufiges Camp ein. Zwischen Kiesufer und Wald finden wir eine geeignete Stelle inmitten der Weidenbüsche. Die Feuerstelle wird mit mehreren Eimern Sand ausgekleidet, dann mit Steinen begrenzt. Abgesägte Baumstümpfe dienen als Tisch und als Stühle. Feuerholz wird zwischen zwei Erlenstämme gestapelt. Schnell ist unser Zweimannzelt aufgestellt. Als besondere Attraktion habe ich vor die Zelteingänge große Rindenstücke der Pappeln gelegt Sie sehen aus wie Alligatorhaut und dienen als Fußabtreter. Über allem spannen wir eine große Plane. Camp bauen bereitet mir viel Freude. Wir holen noch unsere Ausrüstung und die Essenstonnen vom Strand, und nachdem alles verstaut ist, sinken wir zufrieden und doch etwas müde auf unsere Baumstumpf-Hocker. Heute Abend gibt es Bannocks, Fladenbrot aus der Pfanne, und weil der Tee nicht mitgekommen ist, eben noch mal Kaffee. Langsam wird es dunkel. Die erste Nacht im neuen Camp senkt sich auf uns nieder. Schweigend hängen wir beide den heutigen Eindrücken nach. Beim späteren Abspülen und Zähneputzen am kleinen Seitenbach des Inklin stehen wir unter einem pechschwarzen Himmel, an dem sich unendlich viel glitzernde Sterne tummeln.
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Abenteuer-Reisen Yukon Wild |