Mit Yukon Wild auf dem Mc Questen River

Erlebnisbericht von Dieter Braun

 

McQuesten River

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s ist gerade sehr gemütlich im Büro, warm, eine Tasse Kaffee in der Hand, hübsche Frauen um uns herum, nette Kolleginnen und Kollegen und ein paar dieser Kollegen erzähle ich gerade wieder einmal eine Geschichte von meinen Reisen, die sie alle immer sooo gerne hören, und speziell, von meinen abenteuerlichen Flussfahrten. Von der Ruhe, der Lagerfeueratmosphäre, den Geräuschen der Tiere, dem Gurgeln des Wassers und den leisen Gesprächen mit den Gefährten, den Wolfspuren am Ufer und über Bären und deren unglaublichen Geschwindigkeit die sie erreichen können. Ich erzähle, dass sie ja eigentlich gar nicht gefährlich sind, wenn man sie in Ruhe lässt und die Regeln der Wildnis beachtet. Und sie dich nur killen wenn du unbedingt zwischen sie und ihre Jungen willst oder ihnen den Lachs aus dem Maul klaust. Ich trinke einen Schluck Kaffee aus der übergroßen Tasse mit dem Elchkopf an der Außenseite und blicke in die Runde, sie sind alle gelähmt vor schaudern, alle. Ich berichte von dem Lagerleben, den Vorbereitungen für das Abendessen, dem gemeinsamen sammeln von Holz, dem sich niemand entziehen kann, dem Kochen auf offener Flamme in von Ruß geschwärzten Töpfen und Pfannen. Ich erwähne die Moskitos, die lieben, am Rande und wie sie immer um uns herum tanzen und ihr liebliches Lied in unsere Ohren säuseln. Sie fragen mich wo und wie wir schlafen und wie dass denn eigentlich mit der Toilette ist. Ich berichte Stolz von dem Klappspaten mit dem wir die Überreste der Buschpizza und sonstigen Outdoor erprobten Speisen verbuddeln und von der Unterwäsche die man alle 3 Tage erneuern muss weil sonst der Geruch unerträglich wird und einen umbringt. Und ich erwähne die Moskitos, die lieben, am Rande und wie sie dass mit der Toilette extrem beschleunigen, .........extrem. ....... Ich bin Stolz!  Ich Berichte von dem Leben welches Elisabeth und Rainer dort oben führen, in Holzhäusern ohne Zentralheizung, Strom, oder immer im Freien mit Reisenden im Zelt. Den Gefahren ausgesetzt.  ....... und ich bin Stolz sie zu kennen. Dirk, einer meiner lieben Kollegen, sitzt mir gegenüber und sieht mich neugierig an, nicht dass Dirk jemand ist der beim Anblick von Kapazitäten vor Erfurcht zusammenbricht, nein, aber er hat einen gewissen Glanz in den Augen. Ich frage mich ob er gesund ist und möchte ihn gerne fragen, aber ich glaube er hat einfach Reisefieber. Dirk ist stolz, dass er jemanden kennt der jemanden kennt der so lebt wie die beiden im Yukon und erzählt es Frank, seinem Bruder. Frank ist Stolz dass er jemanden kennt der jemanden kennt der jemanden kennt der so lebt wie die beiden im Yukon. Sie möchten es auch einmal erleben, dass Erleben was die beiden dort tagtäglich erleben oder ein wenig von dem was ich ihnen so erzähle. Wir fragen Rainer, per E-Mail, und finden es lustig, dass man ein solches Wildnisabenteuer per E-Mail bestellen kann. Rainer hat die Antwort, ein Fluss für Anfänger gut befahrbar, mit fast keinen Schwierigkeiten, abgesehen von ein wenig Treibholz, und Ruhe und so weiter und so fort. Er schreibt der Mc Questen, das ist Euer Fluss! Wir glauben ihm.

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in paar Monate später erreichen wir den Flughafen in Whitehorse, im Yukon, es geht los wir sind da. Wir betreten die Halle, in der man Passagiere empfangen kann, in der sich die Gepäckausgabe befindet, der Check in Schalter, die Wartesäle ...... Da steht Rainer, mein Freund, er hat einen Bauchladen umhängen mit einigem an schönen Dingen darauf und einem Gerät im bayrischen Stiel und das macht , uffta, uffta, rumba, rumba, toff, toff, töröööööööt, schön laut. Die Leute um Rainer herum sehen ihn an und bleiben stehen und gucken, bleiben länger stehen und gucken genauer und Rainer amüsiert sich prächtig. Ich fange gerade an darüber nachzudenken wie ich aus dieser Situation wieder herauskomme da winkt Rainer und ruft guude Dieter da seit ihr ja! ..... uffta, uffta, rumba, rumba, toff, toff, töröööööööt,......... jetzt schauen die Leute zu uns, sie sehen uns an, kombinieren sofort und gucken, schütteln die Köpfe leicht und lächeln ein wenig aber gerade mal so und sie denken sicher: Wieder so eine Gruppe junger Leute, sicher stark lernbehindert und schwererziehbar, die auf Staatskosten eine Wiedereingliederungsreise, pädagogisch wertvoll, unternehmen! Rainer schüttelt uns die Hände und drückt mich herzhaft, .........wir lieben ihn alle! 

Auf dem Tablett liegen Süßigkeiten, geräucherter Lachs, Schnittchen und eben die Musikmaschine, wir greifen alle reichlich zu. Ich hatte bei der Buchung ja auch geschrieben, bitte keine großen Mühen beim Empfang uns reicht ein kaltes Buffet und eine Kapelle! Es war nett von ihm und ich hatte jetzt die Chance mich zu rechen. Er fragt: „Seht ihr schon Euer Gepäck? Ich  sage: „Kein Problem ich habe eine große Regentonne dabei, die geht nicht unter und es wird nichts nass!“. Rainer liebt es wenn die Gäste große, schwere Gepäckstücke mitbringen mit lauter nützlichen Dingen wie Riesen-Maclight’s im Sommer (es wird kaum dunkel), Medikamentenkoffer, Werkzeuge, Feldbett, Feldflaschen für den Whisky, Sixpacks usw. Wir stehen vor dem Band in der Halle, uffta, uffta, rumba, rumba, toff, toff, töröööööööt, und da ist sie, die Regentonne fällt auf das Band, schön blau, 1,20 Meter hoch mit schwarzem Deckel und beginnt ihre Reise auf dem Band! Wir stehen da und glotzen auf die Tonne, uffta, uffta, rumba, rumba, toff, toff, töröööööööt, Rainer hat den Mund echt weit offen aber keiner sagt was, wir gucken auf die Tonne, die Leute gucken auf uns (Ihr wisst ja „uffta, uffta, rumba, rumba, toff, toff, töröööööööt,“), ich weiß das ich jetzt was sagen muss, will ich nicht gleich nach den ersten 10 Minuten, mit Rainer, die Grundlagen einer Wildnisreise von A – Z durchkauen. Ich sag ihm, ist nicht meine Tonne, echt, nur Zufall, echt blöder Zufall, er glaubt mir nicht so recht, ich nehme meinen alten blauen Sack vom Band und sage, „Meiner,  dass ist alles, ist nur der, sonst nix“ Wir lachen herzlich darüber und gehen aus der Halle. Wir lieben uns alle!

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m Mc. Questen angekommen und nach dem Abladen der Boote, des Gepäcks, der Ausrüstung, der Lebensmittel ............, sehen wir dem Auto hinterher welches uns hier ablud. Jetzt wo es weg ist überlegen wir ob wir denn wirklich hierher wollten und was ist denn wenn ..... Wir denken nicht weiter sondern wir fangen gleich an das Zeug  zum ersten Wildniscamp-Platz zu bringen. Es beunruhigt uns kaum, dass der Fluss Hochwasser führt und wir eben mit dem Auto bis zur Hälfte unter Wasser durch diesen Fluss gefahren sind, es ist auch weiter nicht schlimm, dass es regnet und der Himmel schwarz ist und gefährlich aussieht. Dass es donnert beunruhigt mich etwas mehr, aber der Gesichtausdruck von Rainer ist gleichgültig und er konzentriert sich voll auf seine Zeltstangen aus Alu. Der Gesichtsausdruck der Profis ist wichtig, du kannst sofort erkennen ob es spaßig wird ob du leicht ins grübeln kommen solltest oder ob du in Gefahr bist und deine Gefährten bitten solltest dich nicht ohne Gebet zu beerdigen. Das mache ich auch immer so im Flugzeug, die Stewardessen sind wie Gefahrenfrühmelder, wenn der Pilot das Fahrwerk ausfährt, was ich immer sehr gerne höre, schaue ich sofort in ihre Gesichter. Es ist nichts zu befürchten wenn sie gelangweilt die Kopfhörer einsammeln oder den Fluggästen die Toblerone steuerfrei anbieten und ihr unwiderstehliches Lächeln aufsetzen. Es gibt bessere Schokolade aber Toblerone und dieses lächeln ........ Frank und Dirk stehen da und gucken. Wir bauen alle unser Zelt auf, holen Holz, sägen Holz, verbrennen Holz und sitzen unter der Plane  die uns vor dem Regen schützt. Die Landschaft ist phantastisch und eben dieser Regen zaubert eine Stimmung die wir alle nie mehr missen möchten! Es ist alles so wie ich im Büro erzählt habe, damals mit dem Kaffee und den hübschen......seufz. Rainer gibt uns eine Einweisung, Verhaltensregeln in der Wildnis, was machen wenn Bären kommen, Grundlagen des Kanufahrens usw. Frank und Dirk, die das zum ersten mal hören, sind doch sehr beruhigt, dass alles doch so einfach ist und man sich im Grunde keine Gedanken machen muss. Bären, Wölfe? Was soll’s. Rainer sagt man kann immer noch was machen, ehrlich, man ist nicht ganz machtlos. Unsere Blicke kleben an dem Bärenspray an Rainers Gürtel und wir möchten alle eins.

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ie ersten Tage laufen prima, wir paddeln toll, die Landschaft verspricht was Rainer versprach und Elche ..... wir sehen jeden Tag unseren Elch, der Fluss scheint die Geburtsstätte aller Elche zu sein, die Wiege.  Nach ein paar Tagen sind sie uns so vertraut, diese Schönheiten, dass wir mit dem Kopf in die jeweilige Richtung nicken, ...ein Elch, wie schön..... ohne Spaß Elche gibt’s hier reichlich und ich bin froh, dass Rainer nicht sein Gewehr dabei hat und uns mit einer Jagdorgie  beglückt. Nach ein paar Tagen wird der Fluss etwas breiter und schneller und wir haben viel Spaß am meisten in den Kurve und vom Boot aus können wir sehen wie der Fluss über das Ufer tritt und im Wald verschwindet (nicht der ganze Fluss nur ein wenig) so was hatten wir alle noch nie gesehen, es sieht  aus als ob wir auf einem kleinen Hügel fahren würden und der Fluss einen Abhang herunterfliesen würde. Wir danken Gott, dass er uns nicht mitnimmt und fahren weiter bis wir an eine Stelle kommen, wir fahren natürlich immer noch weiter, an der in der Mitte des Flusses ein Holzstapel liegt, ein riesiger Holzstapel, eigentlich mehr ein Wald aufgestapelt in der Mitte des Flusses, eben das Treibholz das man mir schon oft beschrieben hat und Rainer hat es ja auch geschrieben. Fast keine Schwierigkeiten nur ein wenig Treibholz. Auf diesen Fluss gibt es keine wirklichen Stromschnellen sondern nur Treibholz, hier ist es. Kamin Besitzer würden ins schwärmen geraten, Holz für Jahrzehnte lang Kamin Feuer mit den liebsten zu Hause knuddelisch dasitzen und ins Feuer gucken, noch besser als die Lindenstrasse. Rainer steht im Kanu, ohne umzukippen, und überlegt welchen Weg wir nehmen. Der Fluss macht nämlich an der Stelle eine Neunziggradkurve nach rechts, wobei es ganz egal ist ob rechts oder links. Ich weiß nicht ob der Fluss auch noch irgendwo gerade aus fliest oder ob es nur die beiden Möglichkeiten gibt die erste oder die Zweite Biegung zu nehmen, dass heißt vor dem Stapel oder hinter dem Stapel in die Sch.... (hier könnt ihr ein Wort Eurer Wahl einfügen) gezogen zu werden. Der Fluss hat nämlich an dieser Stelle eine irre Strömung. Rainer nimmt die erste Möglichkeit und flupp ist er auch schon drin und weg. ......... Wir treiben auf den Stapel zu und ich weiß wir müssen das gleiche tun, Kanus treiben immer einfach auf die Hindernisse zu, sie bleiben niemals stehen, es sei den sie liegen auf Grund oder am Ufer. Man kann nicht einfach mal überlegen, oje oje was mach ich jetzt, oder warum musste ich Trottel auf diesen blöden Fluss, oder hoffentlich erwischts meinen Vordermann zu erst.  Man muss einfach machen, wir sind an der Biegung und wir machen, das Kanu steht zur Strömung und ich paddle was das Zeug hält, nein ich mache, Dirk macht nicht, Dirk überlegt immer noch ob er lieber einen Kamin baut oder aus Forschung und Technik gucken soll. Der Stapel ist jetzt links neben uns, sehr nah links neben uns, ich höre eine Stimme die ruft, die schreit, paddeln, paddeln, gib Stoff ....es war meine Stimme und wir krachten mit aller Wucht gegen diesen blöden riesigen Stamm,  wir legten uns gegen das Hindernis wie uns geheißen und kentern nicht, wir haben das richtige getan, ............wir haben es getan ..... Jetzt paddelt Dirk und wir kommen gut weg, Dirk paddelt fest..., ich sehe nach vorne und sehe die Neunziggrad- Linkskurve, Dirk paddelt sehr fest..... , ich sehe auch die Bäume die horizontal über dem Wasser hängen. Es ist normal im Yukon, dass Bäume horizontal über dem Wasser stehen, hängen, wie auch immer, das Ufer wird weggespült, die Bäume fallen um, aber nicht ganz und dann hängen sie so da rum. Weiter nicht schlimm, sieht auch gut aus. Aber man mag es nicht wenn man Kanu fährt und einem diese Dinger wie die Schranken im Windecker Stadtwald (bei Hanau) vor der Nase rum hängen. Dirk paddelt jetzt sehr sehr kraftvoll und ich kriege das Boot nicht rum, in keine Richtung und ich höre die Stimme, aufhören, halt, nach links, stopp ............. Wir fahren kräftig in die Böschung und nach alter Kanumanier fährt das Kanu weiter ungeachtet dessen ob wir vielleicht auch darin sitzen und nicht unter diesen Bäumen durchpassen. Der Baum ist sehr stabil, ich schrei runter und Dirk verschwindet nach vorne ins Boot, es kracht und splittert, Tannennadeln sprühen über uns hinweg, mich hauts nach hinten ins Boot, wo nicht so wahnsinnig viel Platz für mich ist und ich mache das einzigst Richtige, ich halte meinen Hut fest und die Äste rattern über mich.             Verliere nie Deinen Hut. 

Ich schaue auf, Dirk auch ...... Achtung !!!!!! Und noch ein mal und noch einmal. Das Kanu saugt uns unter den Bäumen durch und wir bekommen Prügel, und Nadeln und Erde. .......Kanus und Flüsse bleiben nicht stehen, niemals. 

Rainer und Frank warten ein wenig weiter vorn. Rainer fragt: „Was war denn los“. „Nix“.  Dirk fragt scheinheilig: “Dieter, Wo kommen den all die Nadeln her? „Ich sage: „Die, das weiß ich auch nicht“

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m Abend sitzen wir am Lagerfeuer, Bäume von Bibern gefällt liegen um uns herum. Mein Hexenschuss macht sich wiederbemerkbar, was ich aber nicht zugebe. Und da ist es. Wir sind schlagartig still, keiner bewegt sich mehr. In unserer nähe sind Wölfe und ihr Ruf ist laut zu hören. Ein Laut der uns sofort Gänsehaut beschert. Frank, Dirk und ich sind wie angewurzelt. Ein Ruf wie es ihn sonst Doch nur bei „Wolfsblut“ gibt und wir können ihn hören. Dann ist es wieder still. Wir sagen trotzdem nichts. Wir erzählen  auch nicht was heute so alles war. Und Rainer wird hoffentlich nie erfahren, dass wir sein Kanu durch die Büsche geprügelt haben, niemals. An diesem Abend wissen wir noch nicht, dass man am Mc. Questen noch viel mehr Abenteuer erleben kann, wissen wir nicht das man auch wirklich kentern kann und wie sau kalt das Wasser sein kann und wie blöd es ist wenn man noch ein paar mal schwimmen muss um zu den Anderen zurück zu kommen, aber vielleicht erzähle ich euch das ein anderes mal!

 

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s war in jeder Beziehung eine tolle Reise mit tollen Leuten, ich möchte keine Minute missen und ich würde solche Reisen immer wieder machen. Wir sitzen noch heute zusammen im Büro und erzählen über Reisen. Heute könnte es aber auch so anfangen!

 Dirk erzählt:

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s ist gerade sehr gemütlich im Büro, warm, eine Tasse Kaffee in der Hand, hübsche Frauen um uns herum, nette Kolleginnen und Kollegen und ein paar dieser Kollegen erzähle ich gerade wieder einmal eine Geschichte von meinen Reisen, die sie alle immer sooo gerne hören !

Bis bald Euer, Dieter

Wer jetzt noch Fragen hat wie es so war unterwegs, kann sich gerne bei mir melden.

Dieter.braun@hp.com

 

 

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